Rolle von BOS-Leitstellen

Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande (J. W. v. Goethe)

Wenige Aphorismen treffen den Nagel so gut auf den Kopf. Neben der Notrufentgegennahme und Alarmierung von Einsatzkräften, als die zwei ursprünglichsten unserer Aufgaben haben, die sich noch aus der Zeit der Türmer überliefert haben, haben die Leitstellen heutzutage viele neue Aufgaben und Fragestellungen zu bewältigen. Das Spektrum an Tätigkeiten geht weit über den Kernprozess Einsatzbearbeitung hinaus.

Den Leitstellen, als zentrales Organ der Rettungskette ist daher zunehmend in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung zuzumessen. Im Bewusstsein dieser weichenstellenden Funktion und Rolle als Dreh- und Angelpunkt der Gefahrenabwehr müssen sie sich konsequent weiterentwickeln und aktiv in laufende und anstehende Veränderungsprozesse einbringen. Hierbei unterliegt nicht nur die Leitstellenlandschaft (Organisation) selbst maßgeblichen Veränderungen, sondern nahezu alle umgebenden Systeme befinden sich im Fluß der Veränderung.

In diesem sehr veränderungsreichen Umfeld inmitten von Behörden-und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und des Gesundheitswesen ist es notwendig diese aus dem Leitstellenblickwinkel proaktiv zu verfolgen und zu begleiten. Denn nur selten verändern sich Systeme ohne direkte oder indirekte Auswirkungen auf die jeweiligen Partner im System.

In einer Zeit des medizinischen Fortschritts, der zunehmenden Konzentration, Regionalisierung und Technologisierung der Gefahrenabwehr müssen die Leitstellen über die Grenzen ihrer eigenen Betreiberschaft hinweg versuchen, mit möglichst einer gemeinsamen Sprache zu sprechen und im Verbund mögliche Synergieeffekte auszuschöpfen.

Leitstellenanliegen müssen sachlich, konsequent und adressatengerecht gegenüber Systempartnern vertreten werden. Damit ist keine „Gleichmacherei“ gemeint, sondern es ist vielmehr anzuerkennen und ausreichend zu würdigen, dass Leitstellen unterschiedlich organisiert sind, dass die zu bewältigenden Aufgabenstellungen teilweise voneinander abweichen und dass die Einbettung in die jeweilige Organisation bei derzeit rund 280 Leitstellen in Deutschland niemals gleich sein kann.

Das alles gilt es zu berücksichtigen und dennoch einen gemeinsamen Nenner zu finden, der die Grundlage auf dem Weg zu mehr und einheitlicher Qualität und beispielsweise zu einer besseren Personalqualifikation und vielen anderen Dingen mehr sein kann.

Mehr hierzu lesen sie in unserem Positionspapier im Mitgliederbereich (Link)

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